Pierres Blog
Seam Carving ist eine Technologie um Bilder intelligent in ihrer Größe zu verändern. Dabei werden nicht einfach benachbarte Pixel zu einem gemeinsamen Farbton vereinigt. Mal angenommen man möchte die Breite des Bildes verkleinern; dann sucht sich der Algorithmus entlang einer zusammenhängenden vertikalen Linie eine Pixelfolge die man nicht unbedingt vermissen würde. Ich habe das jetzt natürlich furchtbar einfach ausgedrückt, aber so etwas schaut man sich auch besser einmal selber an! Das Geile dabei ist auf jedenfall daß wichtige Bildelemente als unantastbar markiert werden können, falls der Algorithmus es nicht schon von selbst erkennen sollte.
Als Beispiel habe ich mir mal den Broadway Tower aus der Wikimedia Commons herausgesucht:

Das Bild steht unter dieser Lizenz.
Ich erkenne hier vier wichtige Elemente: Die Wolken, der Tower, die Frau und der Boden. Ich schränke die Breite einmal auf 50% ein, links die Version mittels bikubischer Berechnung und rechts mittels Seam Carving:
Wie man sieht ist der Algorithmus schon enorm gut. Da der Tower allerdings nun eine Basis hat, die sich nach unten hin verjüngt habe ich kurz Hand angelegt. Dazu einfach in GIMP ein zweites, transparentes Layer erstellt und in diesem die Basis (mit einer beliebigen Farbe) eingepinselt. Wer will kann noch eine zweite Farbe für unwichtige Stellen verwenden. Man kann im Dialog nämlich anwählen welche Teile des Bildes verworfen und welche geschützt werden sollen. Das Ergebnis nach 30 s Handarbeit sah dann so aus:
Ich bin einfach nur beeindruckt! Das hat für mich echt Zukunftspotential. Ich stelle mir vor, daß Resize-Dialoge von Grafikprogrammen in Zukunft dann eine kombinierte Bikubische/Seam Carving Größenänderung anbieten, vielleicht mit einem prozentualen Schieberegler und halt der Discard/Preserve-Funktion in Kombination. Einfach nur ein geiles Stück Algorithmus! Das ganze funktioniert natürlich auch bei vertikalen Größenänderungen.
Hier noch ein Demonstrationsvideo, was die Technik sehr anschaulich zeigt. Sehr hübsch finde ich auch das Feature, daß man Menschen aus Personengruppen tilgen kann:
Freut mich richtig, das so etwas mittlerweile existent ist. Dann weiß ich ja was ich das nächste mal probiere, wenn mal wieder nicht alle Details meiner 4:3 Bilder in ein 806×190 Pixel großes Titelbild passen.
[tags]Seam Carving,Software,Gimp[/tags]
Video kannte ich, Plugin für Gimp noch nicht. Gekauft!
und ich sollte mich mal aufraffen, gimp 2.4 installieren, aber da ich mich erst gerade ans 2.2er gewöhnt hab, bin ich noch am zweifeln ob ich die neuen Buttons haben will…
Ach die Buttons waren mir echt “Jacke”. Viel ungewöhnlicher fand ich die Umstellung daß das Script-Fu Menü quasi abgeschafft wurde. Die ganzen Funktionen sind nun viel kontextsensitiver eingeordnet.
Funktionen die kein Bildfenster benötigen (z.B. Button/Logo-Ersteller) sind im Hauptfenster zu finden, oder “Paste Selection as New Image” ist nun im Menü “Edit” zu finden. Um Letzteres zu finden habe ich am längsten gebraucht – wobei es dort logisch angesiedelt ist…
Cool ist das Selektionen mittlerweile nachträglich in der Größe verändert werden können (mittels Drag&Drop) – anderorts ein übliches MUß!
Mir gefällt es verdammt nochmal gut was ich da für umsonst bekomme! Gut, wenn ich natürlich den Community-Gedanken aufgreife ist es nicht ganz umsonst – aber auch dafür habe ich schon ein wenig mein Schärflein geleistet indem ich meine Skripte online gestellt habe.
Gimp ist schon ein feines Stück Software!
kein Photoshop-Plugin? *snüff*
Aber ich wusste gar nicht das es schon marktreif ist, klasse Sache das. Schön das du es gefunden hast.
Ich muß gestehen daß ich nicht nach einem Photoshop-Plugin geguckt habe. Mir ist das egal.
Bei http://picutel.com/ Gibt es ein Plugin für Photoshop. Funktioniert mit Bildern bis 640×480, bei mehr kostet es “nur” 95 $. Lol. Vielleicht doch mal ein Blick auf Gimp werfen? Trau dich.
Gutes Video. Ich vermisse kritische Anmerkungen zu den Folgen dieser digitalen Bildbearbeitungsmöglichkeiten.
Also ich hatte die auf jedenfall im Hinterkopf als ich schrieb daß man damit Personen aus Menschenmengen tilgen kann.
Aber was des Privatmanns und seiner Bildersammlung Freude ist, ist des Bösen Handwerk um Bilder zu manipulieren…
Mißtrauisch hin oder her – um digitale Bildbearbeitung werden wir nicht drumherum kommen. Daß die Ethik bei der Wissenschaft oftmals auf der Strecke bleibt, habe ich erst vor wenigen Tagen geschrieben.
Und wenn ich ehrlich bin finde ich digitale Bildbearbeitung eher positiv, ich bin halt auch eher Kinofan und weiß um der Werbung ihrer Lügen.
Gestern Abend erst habe ich “Vidocq” geguckt. Ein Streifen der viele HDR-Aufnahmen benutzt. Sieht gigantisch aus, aber gleichzeitig habe ich mir gedacht, daß bei der derzeitigen Entwicklung die Filme immer surrealistischer, bearbeiteter werden. Und unbearbeitete Filme dann tatsächlich einmal ein einges Genre namens z.B. “Natural” belegen werden. Nur so eine kleine Spinnerei von mir, aber Effekte in Filme nehmen momentan ja kein Stückchen ab…
Welche Folgen soll diese Bildbearbeitungsmöglichkeit den haben?
Bildern kann man schon seit Jahren nicht mehr trauen, praktisch jeder Fotograf nimmt das was auf der Speicherkarte der Kamera landet nur noch als Rohmaterial. Kein, aber auch wirklich kein einziges Bild bleibt mehr unbearbeitet. Selbst hier im Blog hat Pierre die Bilder am Anfang noch unbearbeitet eingestellt, das Ergebnis war das die Bilder langweilig wirkten, zumindest werden jetzt bei allen Bildern die Helligkeiten angepasst, zum Teil auch die Farbsättigung, so ist es eben.
Ist schon ne Weile her, gab aber auch mal einen schönen Artikel im Spiegel und anderen Medien, über Bilder der Kriegsberichterstattung, wo fröhlich Bilder zusammen montiert werden, wo ein klein wenig Rauch fröhlich repliziert wird (Stempelwerkzeug) damit es bedrohlicher wird, oder Personen in Bilder rein und raus montiert werden.
Das beste und subtilste fand ich aber damals war ein Bild einer zerbombten Ruine, wo dann in die Trümmer noch eine Barbiepuppe montiert wurde, einfach als Erinnerung für den Betrachter, “ja hier sind auch Kinder gestorben”.
Zurück zur Frage, welche Folgen hat es….für mich keine!
Dazu daß ich die Bilder mittlerweile nachbearbeitet reinstelle, möchte ich noch anmerken, daß dies stellenweise auch notwendig ist, damit das Kamerabild mehr der Sicht des Auges entspricht. Keine Rechtfertigung daß ich mich schuldig fühle. Nur beim angucken der Bilder auf dem PC nach dem Fotografieren denke ich mir manchmal “das sah im Original besser aus” und dann hätte ich es eben auch gerne ein wenig mehr in der Richtung…
So war es auch von meiner Seite aus gemeint, Nachbearbeitung dient nicht immer der Verschleierung oder des Betrugs, sowas wird hoffentlich nur in Nachrichtensendungen auf Privatkanälen erzählt, die ‘Farbkorrektur’ (und damit meine ich keine konkrete Funktion, sondern nur den allgemeinen Ablauf) gehört absolut zur normalen Nachpflege.
Yep…